Ist die Generation Z wirklich arbeitsscheu? Die aktuelle »OBSERVER« Umfrage 2026 unter 144 Studierenden in Österreich widerspricht diesem Vorurteil: 74 Prozent sind bereit, fünf Tage pro Woche zu arbeiten. Mehr als die Hälfte kann sich eine 40-Stunden-Woche vorstellen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Gehalt, flexible Arbeitszeiten, Wertschätzung und Führungskultur. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für Recruiting, Employer Branding und die Arbeitgeberkommunikation.
Generation Z und Arbeitsmoral: Was die »OBSERVER« Umfrage 2026 zeigt
Die Generation Z möchte möglichst wenig arbeiten, bevorzugt die Vier-Tage-Woche und lehnt klassische Vollzeitjobs ab. Dieses Bild prägt häufig die öffentliche Diskussion über junge Arbeitnehmer:innen. Doch wie stehen Studierende in Österreich tatsächlich zu Arbeit, Karriere und beruflicher Leistung?
Die zweite Auflage der »OBSERVER« Umfrage unter 144 Studierenden in Österreich zeichnet ein differenzierteres Bild. Die im Herbst 2026 durchgeführte Online-Befragung zeigt eine hohe Bereitschaft zu klassischen Arbeitsmodellen. Gleichzeitig haben junge Talente konkrete Vorstellungen davon, welche Arbeitsbedingungen und Führungsqualitäten sie erwarten.
Präsentiert wurden die Studienergebnisse am 15. Oktober 2026 beim PRVA-Event „Talent Garden“ im JO&JOE am Wiener Westbahnhof. Die Veranstaltung wurde bereits zum fünften Mal vom Public Relations Verband Austria (PRVA) gemeinsam mit »OBSERVER« ausgetragen.
74 Prozent wollen fünf Tage pro Woche arbeiten
74 %
bereit für eine Fünf-Tage-Woche
+4 Prozentpunkte
51 %
bis zu 40 Wochenstunden vorstellbar
+5 Prozentpunkte
11 %
bereit für mehr als 40 Woche
(Quelle: »OBSERVER« Studierendenumfrage 2026, n = 144. Vergleichswerte zum Vorjahr laut Studienangaben)
Die Ergebnisse widersprechen der pauschalen Annahme, junge Menschen würden sich grundsätzlich von klassischen Arbeitszeitmodellen verabschieden.
74 Prozent der befragten Studierenden sind bereit, fünf Tage pro Woche zu arbeiten. Das entspricht einem Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Auch eine reguläre Vollzeitbeschäftigung kommt für viele infrage:
- 51 Prozent können sich eine Wochenarbeitszeit von bis zu 40 Stunden vorstellen.
- Weitere elf Prozent wären bereit, mehr als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten.
- 28 Prozent nennen eine Wochenarbeitszeit von bis zu 35 Stunden.
Damit zeigt die Umfrage nicht nur eine hohe Arbeitsbereitschaft, sondern auch eine positive Entwicklung gegenüber 2025. Der Anteil jener, die sich bis zu 40 Wochenstunden vorstellen können, ist um fünf Prozentpunkte gestiegen.
Für Unternehmen und Personalverantwortliche ist das ein wichtiges Signal: Junge Talente lehnen klassische Arbeitsmodelle nicht grundsätzlich ab. Entscheidend ist vielmehr, unter welchen Bedingungen sie arbeiten.
Was macht einen attraktiven Arbeitgeber für die Generation Z aus?
Eine hohe Arbeitsbereitschaft bedeutet nicht, dass Studierende jede Arbeitsbedingung akzeptieren. Die »OBSERVER« Umfrage zeigt klare Prioritäten bei der Wahl des zukünftigen Arbeitsplatzes.
Die sechs wichtigsten Kriterien bei der Arbeitsplatzwahl
1. Gutes Gehalt 113 (+13)
2. Gutes Team 75 (+5)
3. Flexible Arbeitszeiten 53 (+5)
4. Homeoffice-Möglichkeiten 49 (+16)
5. Aufstiegschancen 44 (+8)
6. Kreative Entfaltung 33 (−5)
Anzahl der Nennungen, Veränderung gegenüber 2025 in Klammern. Mehrfachnennungen möglich. Quelle: »OBSERVER« 2026.
Mit 113 Nennungen steht ein gutes Gehalt an erster Stelle. Dahinter folgen ein gutes Team (75 Nennungen), flexible Arbeitszeiten (53), Homeoffice-Möglichkeiten (49) und berufliche Aufstiegschancen (44).
Besonders auffällig ist der Bedeutungsgewinn von Homeoffice: Mit 16 zusätzlichen Nennungen gegenüber dem Vorjahr zählt diese Arbeitsform zu den Kriterien mit dem stärksten Zuwachs.
Work-Life-Balance bleibt ein entscheidender Faktor
94 Prozent der Befragten bewerten eine ausgewogene Work-Life-Balance als wichtig oder sehr wichtig.
Das steht nicht zwangsläufig im Widerspruch zur Bereitschaft, fünf Tage pro Woche oder bis zu 40 Stunden zu arbeiten. Vielmehr wünschen sich Studierende Arbeitsmodelle, die berufliches Engagement mit Freizeit, persönlichen Interessen und individuellen Bedürfnissen vereinbaren.
Für das Employer Branding bedeutet das: Unternehmen sollten nicht ausschließlich mit flexiblen Arbeitszeitmodellen werben, sondern konkret kommunizieren, wie sie faire Bezahlung, Teamzusammenhalt, berufliche Entwicklung und Work-Life-Balance ermöglichen.
Führungskultur: Wertschätzung und Kommunikation sind besonders wichtig
Neben Gehalt und Arbeitsbedingungen beeinflusst die Führungskultur die Attraktivität eines Arbeitgebers. Die Ergebnisse der »OBSERVER« Studie zeigen, dass zwischenmenschliche Fähigkeiten für Studierende eine zentrale Rolle spielen.
Die wichtigsten Erwartungen an Führungskräfte
1. Wertschätzender Umgang 133 (+24)
2. Gute Kommunikation 101 (+29)
3. Ehrliches Feedback 83 (+17)
4. Verantwortung übertragen 60 (+1)
5. Empathie und Verständnis 60 (+12)
6. Fachliche Kompetenz 54 (−5)
Anzahl der Nennungen, Veränderung gegenüber 2025 in Klammern. Mehrfachnennungen möglich. Quelle: »OBSERVER« 2026.
Ein wertschätzender Umgang steht mit 133 Nennungen deutlich an erster Stelle. Das sind 24 Nennungen mehr als im Vorjahr.
Gute Kommunikation folgt mit 101 Nennungen auf Platz zwei. Hier zeigt sich mit einem Plus von 29 Nennungen der stärkste Zuwachs innerhalb der abgefragten Führungseigenschaften.
Auch ehrliches Feedback (83), Empathie und Verständnis (60) sowie die Übertragung von Verantwortung (60) zählen zu den wichtigsten Erwartungen. Fachliche Kompetenz wird 54-mal genannt und liegt damit hinter den zentralen sozialen und kommunikativen Fähigkeiten.
Warum gute interne Kommunikation für Arbeitgeber wichtiger wird
Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich junge Talente nicht allein durch finanzielle Anreize gewinnen und langfristig binden lassen.
Für Kommunikationsabteilungen und Führungskräfte ergeben sich daraus konkrete Handlungsfelder: Regelmäßige Feedbackgespräche, transparente Entscheidungen, verständliche interne Kommunikation und eine respektvolle Zusammenarbeit können dazu beitragen, die Erwartungen junger Mitarbeitender zu erfüllen.
Gerade die deutlichen Zuwächse bei Wertschätzung und Kommunikation unterstreichen, wie wichtig eine glaubwürdige Unternehmenskultur für die Arbeitgeberattraktivität ist.
Flexible Arbeitszeiten und Weiterbildung: Diese Benefits wünschen sich Studierende
Welche Zusatzleistungen machen einen Arbeitsplatz für junge Menschen attraktiv? Auch hier zeigt die »OBSERVER« Umfrage klare Präferenzen.
| Gewünschter Benefit | Nennungen | Veränderung |
|---|---|---|
| Flexible Arbeitszeiten | 127 | +27 |
| Weiterbildungsmöglichkeiten | 103 | +16 |
| Gesundheitsangebote | 84 | +16 |
| Betriebliche Altersvorsorge | 73 | +16 |
Flexible Arbeitszeiten liegen mit 127 Nennungen deutlich an erster Stelle. Mit einem Plus von 27 Nennungen haben sie gegenüber 2025 zusätzlich an Bedeutung gewonnen.
Auf Platz zwei folgen Weiterbildungsmöglichkeiten mit 103 Nennungen. Auch Gesundheitsangebote und betriebliche Altersvorsorge sind für zahlreiche Befragte relevant.
Die hohe Nachfrage nach Weiterbildung zeigt, dass junge Talente ihre berufliche Entwicklung aktiv gestalten möchten. Arbeitgeber, die Qualifizierungsangebote, Entwicklungsperspektiven und flexible Rahmenbedingungen verbinden, können sich im Wettbewerb um Nachwuchskräfte entsprechend positionieren.
Was bedeutet beruflicher Erfolg für junge Menschen?
Nicht nur die Anforderungen an Arbeitgeber, sondern auch die Vorstellungen von beruflichem Erfolg verändern sich. Die »OBSERVER« Umfrage zeigt, dass Erfolg für Studierende weit mehr bedeutet als ein hohes Einkommen oder eine Führungsposition.
Die wichtigsten Kriterien sind:
| Definition von beruflichem Erfolg | Nennungen | Veränderung |
|---|---|---|
| Eine Tätigkeit, die Spaß macht | 112 | +8 |
| Hohes Gehalt | 85 | +8 |
| Gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit | 73 | +9 |
| Kontinuierliche fachliche Weiterentwicklung | 72 | +11 |
| Eine Führungsposition erreichen | 39 | +4 |
Mit 112 Nennungen steht die Freude an der beruflichen Tätigkeit an erster Stelle. Ein hohes Gehalt folgt mit 85 Nennungen.
Auch eine ausgewogene Work-Life-Balance und die kontinuierliche fachliche Weiterentwicklung gehören zu den zentralen Erfolgsfaktoren.
Eine klassische Führungsposition wird hingegen nur 39-mal genannt. Beruflicher Erfolg ist für die befragten Studierenden somit nicht ausschließlich mit hierarchischem Aufstieg verbunden.
Für Unternehmen bedeutet das, dass attraktive Karrierewege nicht zwingend in eine Führungsrolle münden müssen. Fachliche Entwicklung, interessante Aufgaben und individuelle Perspektiven können ebenso wichtige Bestandteile einer überzeugenden Arbeitgeberpositionierung sein.
Recruiting und Employer Branding: Fünf Erkenntnisse für Unternehmen
Die Studienergebnisse liefern insbesondere für HR-Abteilungen, PR-Verantwortliche und Employer-Branding-Teams wertvolle Anhaltspunkte.
- 1. Arbeitsbereitschaft statt Generationenklischees: Unternehmen sollten die Generation Z nicht pauschal als arbeitsunwillig darstellen. Die Befragung zeigt eine hohe Bereitschaft zu klassischen Arbeitszeitmodellen.
- 2. Gehalt transparent kommunizieren: Eine faire Bezahlung ist das wichtigste Kriterium bei der Arbeitsplatzwahl. Verständliche und glaubwürdige Gehaltsinformationen können daher ein wichtiger Bestandteil der Recruiting-Kommunikation sein.
- 3. Führungskultur sichtbar machen: Wertschätzung, Kommunikation und ehrliches Feedback sind für Studierende besonders wichtig. Diese Werte sollten nicht nur in Stellenanzeigen stehen, sondern im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt werden.
- 4. Flexibilität konkret anbieten: Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten gewinnen an Bedeutung. Arbeitgeber sollten transparent darstellen, welche Modelle im Unternehmen möglich sind.
- 5. Weiterentwicklung als Arbeitgeberversprechen stärken: Weiterbildungsmöglichkeiten zählen zu den meistgewünschten Benefits. Konkrete Entwicklungsprogramme und individuelle Karriereperspektiven können die Arbeitgeberattraktivität erhöhen.
Für PR- und Kommunikationsverantwortliche ist vor allem die Übereinstimmung zwischen interner Unternehmenskultur und externer Arbeitgeberkommunikation entscheidend. Ein glaubwürdiges Employer Branding entsteht dort, wo kommunizierte Werte mit den tatsächlichen Erfahrungen der Mitarbeitenden übereinstimmen.
Stephan Ifkovits: „Junge Menschen sind keineswegs arbeitsscheu“
Stephan Ifkovits, Initiator der Studie und Head of Marketing & Communications bei »OBSERVER«, fasst die Ergebnisse zusammen:
„Die Ergebnisse unserer Studie widerlegen ein weitverbreitetes Vorurteil: Junge Menschen sind keineswegs arbeitsscheu. Im Gegenteil – die große Mehrheit ist bereit, fünf Tage pro Woche zu arbeiten, und viele können sich auch eine klassische 40-Stunden-Woche vorstellen. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Bereitschaft im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen ist. Wir sollten daher aufhören, der jungen Generation mangelnden Arbeitswillen zu unterstellen. Vielmehr sind die Unternehmen gefordert, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn die Studierenden wollen arbeiten, erwarten dafür aber zu Recht ein faires Gehalt, Wertschätzung und eine gute Führungskultur.“
Fazit: Die Generation Z will arbeiten – wenn die Rahmenbedingungen stimmen
Die »OBSERVER« Studierendenumfrage 2026 liefert ein differenziertes Bild der Arbeitsbereitschaft junger Menschen in Österreich. 74 Prozent der Befragten sind bereit, fünf Tage pro Woche zu arbeiten. Mehr als die Hälfte kann sich eine Wochenarbeitszeit von bis zu 40 Stunden vorstellen.
Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Arbeitgeber. Faire Bezahlung, flexible Arbeitszeiten, ein gutes Team sowie wertschätzende und kommunikative Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle.
Die entscheidende Frage für Unternehmen lautet daher weniger, ob junge Talente arbeiten wollen, sondern unter welchen Bedingungen sie ihre Fähigkeiten und ihre Leistungsbereitschaft einbringen möchten.
Für Recruiting, Employer Branding und Unternehmenskommunikation ergeben sich daraus klare Chancen: Wer attraktive Arbeitsbedingungen schafft und diese glaubwürdig kommuniziert, kann sich im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte besser positionieren.
Hinweis zur Methodik: Die zweite »OBSERVER« Studierendenumfrage wurde im Herbst 2026 online unter 144 Studierenden in Österreich durchgeführt. Die Befragung erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität. Die Ergebnisse beschreiben die Einstellungen der befragten Studierenden und lassen sich nicht ohne Weiteres auf die gesamte Generation Z übertragen.
Häufig gestellte Fragen zur Generation Z und Arbeitsbereitschaft
Will die Generation Z eine Fünf-Tage-Woche arbeiten?
Laut der »OBSERVER« Umfrage 2026 sind 74 Prozent der 144 befragten Studierenden in Österreich bereit, fünf Tage pro Woche zu arbeiten. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Ist die Generation Z bereit, 40 Stunden pro Woche zu arbeiten?
51 Prozent der befragten Studierenden können sich eine Wochenarbeitszeit von bis zu 40 Stunden vorstellen. Weitere elf Prozent wären bereit, mehr als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten.
Was ist der Generation Z bei einem Arbeitgeber besonders wichtig?
In der »OBSERVER« Umfrage 2026 zählen ein gutes Gehalt, ein gutes Team, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Möglichkeiten und Aufstiegschancen zu den wichtigsten Kriterien bei der Arbeitsplatzwahl.
Welche Eigenschaften erwarten junge Arbeitnehmer:innen von Führungskräften?
Wertschätzung, gute Kommunikation und ehrliches Feedback stehen im Vordergrund. Wertschätzender Umgang erhielt 133 Nennungen, gute Kommunikation 101 und ehrliches Feedback 83.
Welche Benefits wünschen sich Studierende?
Flexible Arbeitszeiten führen mit 127 Nennungen, gefolgt von Weiterbildungsmöglichkeiten mit 103, Gesundheitsangeboten mit 84 und betrieblicher Altersvorsorge mit 73 Nennungen.
Was können Unternehmen für ihr Employer Branding aus der Studie lernen?
Unternehmen sollten faire Gehälter, flexible Arbeitsmodelle, Weiterbildung und eine wertschätzende Führungskultur in den Mittelpunkt stellen. Entscheidend ist, dass die kommunizierten Arbeitgeberversprechen im Unternehmensalltag tatsächlich eingehalten werden.





